Workshop Jazzguitar Provence 2016

Rückblick 2016

Der 12.Internationale „Workshop Jazzguitar Provence 2016“ liegt nun schon ein paar Wochen hinter uns und war wie auch in den letzten Jahren ein großer Erfolg, trotz einiger kleinerer und größerer Schwierigkeit:

  • Dozent Jack Wilkins konnte wegen Krankheit nicht kommen und sagte einen Tag vor Beginn ab; ein Ersatzdozent mußte gefunden werden

  • Teilnehmer mußten aus privaten Gründen absagen oder eher abfahren, Motor- und Blechschäden führten zu Beeinträchtigung einiger Hin- oder Rückreisen

  • das Abschlußkonzert konnte nicht wie in den letzten Jahren in dem modernen und schönen Salle Agora stattfinden

Aber zum Ablauf: Das Hotel „Val Baussenc“ überrascht ja jedes Jahr mit der einen oder anderen Modernisierung, dieses mal aber war es die komplette Umgestaltung des bisherigen Seminarraumes in eine Bar mit Restaurant, der Neubau eines Sauna/Fitnesskomplexes im Poolbereich sowie der Anbau von zwei neuen, behindertengerechten Zimmern. Trotz geteilter Meinung zum Stil der Modernisierung haben wir den neuen Eßsaal mit Leben, und das heißt vor allem mit Musik gefüllt: wir nutzten ihn als Seminarraum und hatten dort auch manch schöne Session.

Jeden Morgen nach dem Frühstück brachte Jürgen Haufer die Gitarristen und mitgereisten Partnerinnen mit „Singen und Schwingen“ auf Trab. Neben einfachen, für alle sofort nachvollziehbaren Stimm- und Artikulationsübungen, lernten wir u.a. auch den Kanon „Rhythm of Life“, der beim Abschlußkonzert dann auch von allen gemeinsam vorgetragen wurde. Bei der „Soundmachine“ produzierten wir Maschinengeräusche mit entsprechenden Bewegungen, wobei wir ganz nebenbei lernten, aufeinander zu hören und zu reagieren. Das machte so viel Spaß, daß wir das Stück zur Eröffnung des Abschlußkonzertes auswählten.

 

„Ersatz“-Dozent Philip Catherine war für viele Teilnehmer ein Guitar Hero aus frühen Jahren. Er ist sicher kein ausgewiesener Lehrer, aber konnte durch sein Spiel und seine demonstrierten Übungsmethoden inspirieren. Ich hatte ihn schon einmal vor einigen Jahren kontaktiert und war froh, daß er spontan für Jack Wilkins einspringen konnte. Leider mußte er uns am Samstag morgen wegen eines Konzertes in Brüssel verlassen und konnte so bei unserem Abschlußkonzert nicht mehr dabei sein.

Der Unterricht in meiner Gruppe war – wie in meinen Workshops üblich – durch ein vorbereitetes Skript strukturiert, das die verschiedenen Aspekte des diesjährigen Themas „Hören-Singen-Spielen“ vorstellte: Was hören wir, wenn wir hören? Wie können wir unser Hören schulen? Wie werden Jazzphrasen swingend artikuliert und wie kann man sie auf die Gitarre übertragen? Überraschend stellten viele Teilnehmer fest, daß sie viel jazziger klangen, wenn sie einfache, zuvor im „inneren Ohr“ gehörten Jazzphrasen sangen und diese dann auf der Gitarre „nach“spielten.

Beim Abschlußkonzert am Samstag abend wurde dann eine große Bandbreite an Jazz geboten: neben dem schon erwähnten Opener „Soundmaschine“ und dem gemeinsam mit unseren mitgereisten Frauen gesungenen Kanon „Rhythm of Life“ gab es Titel aus den frühen Tagen des Jazz, Standards aus dem Great American Songbook, Funk, Latin und natürlich auch Gypsy Swing. Ein besonderes Highlight war ein im Western Swing von unserem weitgereisten Kanadier Ron gesungener Titel, bei dem neben Gitarre und Bass auch Mandoline und Geige zum Einsatz kamen. Beispiele modernerer Spielweisen waren das Charlie Haden/Pat Matheny Stück „Our Spanish Love Song“ und das von Jürgen Haufer gesungene „August Winds“, eine Komposition von Sting. Natürlich durfte auch ein Blues nicht fehlen: Centerpiece. Ich hatte die „Moritat von Meckie Messer“ von Weill/Brecht als gemeinsames, von allen gespieltes Stück aus dem „German Songbook“ ausgesucht und in meinem Kurs erarbeitet.

Frank hatte sich freundlicherweise um die Einrichtung der PA gekümmert und unterstützte einige Formationen mit seinem versierten Basspiel – so wie zuvor auch schon viele Sessions im Hotel.

Der Unterschied zu den Konzerten der letzten Jahre war das deutlich höhere Spielniveau, die größere Sicherheit beim Auftreten sowie die großartige Darbietung der Sänger! Obwohl der Salle Favier deutlich kleiner ist und weniger geeignet scheint als der Salle Agora (dort waren wir in den letzten Jahren), haben wir das wieder zahlreich erschienene Publikum begeistern können und es zu einer sehr positiven Konzertkritik in der Lokalpresse geschafft. Mr. Lopez von der Stadtverwaltung ließ es sich nicht nehmen, die Grußworte in Französisch, Deutsche und Englisch an uns und das Publikum zu richten und lud anschließend zu einem kleinen Umtrunk ein.

Nach dem Konzert gab es im Hotel die offizielle Übergabe der Teilnahmezertifikate die leider wegen des Dozentenwechsels nicht in der gewohnten Qualität und Anzahl vorhanden waren. Das störte zum Glück niemanden und so konnten wir bei einem Glas Rosé Champagner auf die gelungene Woche anstoßen und der Hotelcrew noch ein Ständchen bringen.

In diesem Jahr hatten wir etwas Pech mit dem Wetter: erst blies der Mistral, dann gab es eine Unwetterwarnung und zwei Tage Regen. Insgesamt war es nicht so warm wie gewohnt und deshalb konnte draußen nicht unterrichtet und selten gejamt werden. Hoffentlich lacht uns im nächsten Jahr wieder die Sonne!

Die Entwicklung des „Workshop Jazzguitar Provence“ wird von den meisten Teilnehmer positiv bewertet: seit zwei Jahren gibt es ein zusätzliches Angebot, das sich an alle, also auch die mitreisenden Partner und Partnerinnen richtet und das eine gemeinsame (Musik)Erfahrung und Inspiration abseits der Gitarre ermöglicht. Dadurch werden „Neue“ noch besser integriert und eine Alternative zum Konkurenzgedanken des „Höher, Schneller, Weiter“ geboten. Dem eigentlichen Gitarrenkurs geht dabei nichts verloren, ja im Gegenteil: die halbe Stunde „Warm-up“ am Morgen wirkt wie eine Ergänzung und Vertiefung des Kursthemas. Auch finanziell schlägt dieser Extraservice nicht zu Buche! Den Vorschlag, das Frühstück bereits um 9:30 zu beenden und dann mit dem Zusatzprogramm zu beginnen, damit wir wie bisher gegen 13:00 Uhr mit dem Unterricht fertig sind und im Ort auch noch etwas zu Essen bekommen werde ich gern nach Rücksprache mit dem Hotel aufgreifen.

Im nächsten Jahr werde ich mich zusammen mit James Chirillo dem Thema „Rhythm is it“ widmen. James Chirillo habe ich in disem Jahr persönlich in New York kennen gelernt und ihn bei seiner Arbeit u.a. im „Jazz at the Lincoln Center Orchstra“ bewundern dürfen. Er ist auch ein versierter Combospieler und unterrichtet an mehreren Schulen in New York. Es wird natürlich nicht nur um „Rhyhtmusgitarre“ gehen, sondern um Rhythmus und Timing im allgemeinen und um Rhythmus beim Solospiel, u.a. die Abwechslung von Pausen und Spielen (play/rest approach), Schlüsselrhythmen des Jazz, Möglichkeiten ein Thema oder ein Solo durch rhythmische Varianten zu gestalten, Mikrotiming, Double- und Halftime und und und …

Ich werde mich – nach Absprache mit dem Hotel – darum bemühen, einen weiteren Vorschlag auf zu greifen und den Workshop einen Tag eher beginnen zu lassen. Das würde heißen, daß wir am Sonntag abend mit dem gemeinsamen Diner beginnen und am Montag der erste Unterricht stattfindet. Es würde aber auch heißen, daß die Kosten einer zusätzlichen Hotelübernachtung dazukämen sowie die Kosten für einen zusätzlichen Workshoptag. Bitte teilt mir unbedingt eure Meinung dazu mit, es ist nocht nichts entschieden! Ich freu mich darüber hinaus über jede Anregung und Kritik, Wunschdozenten oder Verbesserungsvorschläge.

Im Januar 2017 werde ich in einer Email darüber informieren, ab wann die offizielle Anmeldung für den „Workshop Jazzguitar Provence“ 2017 vom 8.10.2107 bzw. 9.10.2017 bis zum 15.10.2107 möglich ist. Bis dahin wünsch ich euch viel Zeit, Energie und Erfolg beim Umsetzen des bisher Gelernten und natürlich beim Jammen und Spielen.

Uli Hoffmeier – vielen von euch brauche ich mich ja nicht mehr vorzustellen: seit 20 Jahren bediene ich die (Rhythmus-)Gitarre im Palastorchester – neben so exotischen Instrumenten wie Banjo, Geige, Balalaika, Ukulele, Mandoline und natürlich Singende Säge. Außerdem habe ich das „Premier Swingtett“ und das Gitarrenduo „Gitarresque“ ins Leben gerufen. Meine über die Jahre gewonnen Erfahrungen beim Spielen und Unterrichten lassen mich folgende Schwerpunkte setzen: das Spielerische, das Gemeinsame, das Kommunikative der Musik.

Der Veranstaltungsort

Das Hotel Relais du Silence Val Baussenc  (www.valbaussenc.com) liegt am östlichen Ortsausgang von Maussane-Les-Alpilles, einem typischen, provenzalischen Ort am Rand der Alpilles. Dieser 12 Kilometer südliche von Avignon gelegene Höhenzug trennt die nördlich gelegene kleine Crau von der eigentlichen, südlich gelegenen Crau, die in die Camargue übergeht. Der Ort hat einen idyllischen Marktplatz, auf dem einmal wöchentlich Markttag ist und eine Olivenölmühle, die eines der besten Öle Frankreichs produziert. In der Nähe gibt es zahlreiche Weingüter, die hochwertige aber z.T. auch hochpreisige Weine keltern. Die Camargue ist ca. eine halbe Stunde Autofahrt entfernt. Das an der Rhone gelegene Arles mit der römischen Arena liegt nur ein paar Kilometer westlich von Maussane. Die weltberühmte Ruine Les Baux blickt von schroffen Kalkfelsen auf Maussane herab. Nördlich davon, auf der anderen Seite der Alpilles, liegt das kleine Städtchen St. Rémy, in dem u.a. Nostradamus lebte und in dem VanGogh einige seiner berühmtesten Bilder malte.

Das Hotel befindet sich nur wenige Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt. Es ist ein Drei-Sterne-Haus und liegt – umgeben von Olivenbäumen und Pappeln – ruhig und zurückgesetzt von der Straße. Die 25 gemütlichen Zimmer (zwei als behindertengerecht ausgewiesen) bieten Ausblick ins Grüne. Der Außenbereich wird von einer parkähnlichen Grünanlage bestimmt, auch ein Pool steht den Hotelgästen zur Verfügung sowie ab 2016 eine Sauna bzw. Hamam. Beim Betreten des Hotels befindet man sich in einer ausgedehnten Lobby mit Kamin, in der allabendlich spontane Sessions stattfinden

Vom Restaurant hat man einen schönen Blick in den Park und beim abendlichen Vier-Gang-Menu (Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Käse, incl. Wein und Kaffee) überzeugt die Küche mit typisch provenzalischen Köstlichkeiten. Eine schmucke Terrasse, dicht umwuchert von Weinreben, lädt zum Jammen, Klönen und Fachsimpeln beim nachmittäglichen Pastis ein. Die Lobby, das Restaurant sowie ein Seminarraum bieten Platz für den täglichen Unterricht.

Der Kurs

Am Anreisetag (10.10.2016) treffen wir uns vor dem gemeinsamen Abendessen um ca. 19.00 Uhr zum Kennenlernen und Austausch eventuell noch nötiger Informationen. Erster Kurstag ist dann der 11.Oktober, letzter Kurstag der 15. Oktober, Abfahrt ist am 16.10.2016 nach dem Frühstück (6 Nächte).

Der Unterricht findet statt:

  • Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 10.30- 13.30 Uhr.
  • Mittwoch von 15.00 bis 18.00 (wegen Besuch des provencalischen Marktes in St. Rémy)

Thema des Kurses: „Hören-Singen-Spielen“. Der Workshop will die Teilnehmer dazu anleiten, der eigenen, inneren Stimme zu lauschen und sie auf die Gitarre zu übertragen. Dabei hilft es, unsere stimmlichen Fähigkeiten durch Jazzphrasierung und Lieder zu wecken und zu entwicklen wobei uns Jürgen Hauffer jeden morgen nach dem Frühstück eine halbe Stunde zur Verfügung steht. Zu diesen Einsing- und Einschwingübungen sind alle mitreisenden Partner und Partnerinnen herzlich eingeladen. Vielleicht können wir ja zum Abschlußkonzert den einen oder anderen Song als Gruppe beisteuern – mit Gitarrenbegleitung? Die Jazzartikulation werden wir auf der Gitarre an Hand von Übungen und Jazzkompositionen und deren Interpretation üben und vertiefen.

Es werden zwei Unterrichtsgruppen gebildet mit je einem Dozenten: eine „Fortgeschrittene“ (Advanced) und eine „Weniger Fortgeschrittene“ (Basic). Jeder Teilnehmer fällt selbst die Entscheidung, in welche Gruppe er gehen möchte. Da jede Gruppe die gleiche Anzahl von Teilnehmern haben soll, halte ich mir die Möglichkeit offen, bei Überbelegung einer Gruppe oder im Zweifel die Einteilung vor zu nehmen. Die Gruppen wechseln den Dozenten nach der Hälfte der Zeit, jeder Teilnehmer hat also genauso lange Unterricht bei jedem Dozenten.

Unterrichtssprache bei Jack ist Englisch, bei Uli „Fradenglisch“ (Französich, Deutsch, Englisch). Wie jedes Jahr wird es auch diesmal viel Gelegenheit für spontane Sessions geben!

Am Abend des letzten Kurstages findet wie in den letzten Jahren ein öffentliches Abschlußkonzert unter (freiwilliger) Beteiligung aller Teilnehmer statt, in dem die Ergebnisse des Workshops präsentiert und zusammen musiziert wird. Bitte nicht vergessen: Notenständer mitnehmen und bei Bedarf einen Gitarrenverstärker, Kabel, Nebeninstrumente etc.

Teilnahmebedingungen

Anmeldefrist: 10. Juli 2016
Kosten:

  • 850,00 € pro Person bei Einzelzimmerbelegung
  • 1125,00 € für zwei Personen im Doppelzimmer (Ein Workshopteilnehmer, eine mitreisende Person)

Die Teilnahmegebühr beinhaltet Kursgebühr und Hotelkosten incl. Halbpension für 6 Nächte vom 10.10.-16.10.2015 (10.10. Anreisetag, 16.10. Abreisetag).

Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, daß ihre Anmeldedaten wie Email, Telefon und Adresse untereinander weitergegeben werden dürfen um z.B. eine gemeinsame Anreise zu organisieren oder abzuklären, wer welche zusätzlichen Instrumente mitbringt. Auch die Veröffentlichung von Fotos, Videos oder Audioaufnahmen wird ausdrücklich genehmigt.

Überweisung der Teilnahmegebühr bitte auf das Konto:
Ulrich Hoffmeier, Postbank Berlin
IBAN: DE24 1001 0010 0189 5451 04
BIC: PBNKDEFF

Anspruch auf Teilnahme entsteht erst nach Eingang der Überweisung und nur bei bestehendem Platzangebot streng nach der Reihenfolge der Anmeldungen/Überweisungen (first come first serve). Ich behalte mir vor,Teilnehmern ab zu sagen.

Rücktrittsbedingungen

Im Falle eines Rücktritts bis zum 19. Juli 2016 wird die komplette Kursgebühr abzüglich 30,- € Bearbeitungsgebühr zurückerstattet. Bei einem Rücktritt nach dem 20. Juli 2015 wird die Teilnahmegebühr in voller Höhe verrechnet. Sollte der Kurs abgesagt werden müssen, wird die Teilnahmegebühr komplett zurückerstattet. Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 24 Personen beschränkt.

Anmeldung

per Post an Ulrich Hoffmeier, Schulstr.6, D-13507 Berlin, Germany
oder Email an uli_hoffmeier@yahoo.de,
weitere Infos unter: www.uli-hoffmeier.de
www.facebook.com/workshop-Jazzguitar-Provence-1416169921977071/

 

Name:

Anschrift:

Telefon/E-Mail:

Personenanzahl:

Datum, Unterschrift:

 

Ich habe die Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert.