Workshop Jazzguitar Provence 2017

Rückblick 2017

Der 13.Internationale „Workshop Jazzguitar Provence 2017“ liegt nun schon ein paar Wochen hinter uns und war eine phantastische Veranstaltung, dank unseres Dozenten James Chirillo aus New York und der so wunderbar funktionierenden Gruppe aller Teilnehmer sowie der mitgereisten Frauen, „Kinder“ und Hunde. Die Verlängerung des Workshops auf nunmehr sechs Tage fand allgemeine Zustimmung und wirkte sich sehr positiv aus: in beiden Gruppen hat nun jeder Dozent drei volle Tage und die Vorbereitung des Abschlußkonzertes ist entspannter.

Unser Hotel „Val Baussenc“ überraschte uns diesmal mit großformatigen Portraits von Jazzmusikern in der Bar, u.a. Miles Davis und „Gitarrengott“ Django Reinhardt. Dort unterrichtete James seine Klasse, während Uli wie gewohnt seine „Eleven“ in dem Bereich „trietzte“, der zwischen Lobby und Erdgeschoßräumen liegt. Jürgen Haufer besetzte kurzerhand den im letzten Jahr neu gebauten Sauna/Fitnessbereich als Unterrichtsraum fürs nachmittägliche Vocal-Coaching.

Und die ganze Woche lockte der Pool mit angenehmen 26° und die Sonne mit 27°…

Köchin Cecile hatte ihre Künste abermals verfeinert um das abendliche 4-Gang-Menü auf ein noch höheres Niveau zu bringen. Oft wehte schon zu Unterrichtszeiten ein Duft aus der Küche von Karamel, Zwiebeln oder köchelndem Gemüse und ließ uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Abendessen wurde dann von uns durch das inzwischen legendäre „Kulturprogramm“ zwischen den einzelnen Gängen gewürzt.

Nach dem Essen wurde Musik gemacht, getanzt und diskret weiter getrunken!

Die Teilnehmer waren einerseits die „üblichen Verdächtigen“, denen man beim Spielen ihre positive musikalische Entwicklung über all die Jahre anmerkte. Andererseits waren auch fast ein Drittel „Ersttäter“ dabei, die ihre Vorkenntnisse und Fähigkeiten voll einbringen konnten und schnell in die Gruppe integriert wurden.

Morgens um 9:30 bat Jürgen Haufer zum „Warm-up“: wegen des tollen Wetters fand das gemeinsame Singen für alle immer draußen statt. Besondere Berücksichtigung fand dabei das Thema „Rhyhtm is it!“ z.B. im Kanon „Feel the Rhythm“, der unser Anschlußkonzert eröffnete. Neben einfachen Stimm- und Artikulationsübungen, widmeten wir uns aber auch ein wenig der Bodypercussion im – ebenfalls als Kanon angelegten – Sprechstück „New York City – Cannes“, das beim Abschlußkonzert als Zugabe zur Aufführung kam. Am nachmittag wurde von Jürgen ein Chor mit Gitarrenunterstützung von Ron und Peter ins Leben gerufen, der soviel Spaß machte, daß er im nächsten Jahr fortgeführt werden soll.

James Chirillo aus New York war zwar vor dem Workshop nicht allen Teilnehmern bekannt aber seine praxisorientierte Unterrichtsweise und seine außergewöhnlich gute Vorbereitung einschließlich Script ließen keine Fragen oder Wünsche offen. Er legte größten Wert auf das Hören der „alten“ Meister und hatte dafür zahlreiche Beispiele mitgebracht, u.a. von Eddie Lang, Carl Cress, Allan Reuss und natürlich Freddie Green.

In meinem Unterricht gab es neben dem üblichen Skript eine Neuerung: ein Flipchart mit vorbereitetem Notenmaterial half, die Aufmerksamkeit auf besondere Aspekte des Themas „Rhythmus“ zu fokussieren ohne die Köpfe ins Skript senken zu müssen. Ich legte wie üblich großen Wert auf das Spielen, wozu wie bisher Gitarrengruppen gebildet wurden, in denen reihum jeder einmal Three-Note-Rhythm-Voicings, Freddie Green’s Counter Tenor Line (One-Note-Voicings), die Baßstimme oder Modern Compings spielte. Und natürlich auch solierte. Es konnten allerdings nicht alle Aspekte meines Skriptes bis in die Tiefe durchgearbeitet werden, und auch die magnetischen Noten für das Flipchart kamen (noch) nicht zum Einsatz. Aber am Ende der Woche wußte jeder, wie inspirierend aber auch umfangreich das Thema „Rhythmus“ ist und welche Übungen uns weiterbringen können.

Das Abschlußkonzert am Samstag abend im Salle Jean Favier wurde wie in den letzten Jahren durch Yves Lopez und seinem Team vom Amt der Stadt Maussane unterstützt: neben der Herrichtung des Saales mit Stühlen und Licht gab es anschließend auch einen kleinen Umtrunk und Snacks. Außerdem wurden die Werbung und die Kosten für die SECAM, Pendant der GEMA in Deutschland, übernommen. Bis auf einige Solisten spielten wir ganz akustisch und fast ohne Notenständer eine große Bandbreite an Jazz: neben dem schon erwähnten Kanon „Rhythm of Life“ reichte die Spannbreite von Titeln aus den frühen Tagen des Jazz, Standards aus dem Great American Songbook, Latin und dem im Western Swing von unserem weit angereisten Kanadier Ron gesungenen Titel „I’m an old Cowhand“, bei dem Gitarre und Bass durch Kittis Klarinette und meine Geige unterstützt wurden. Erhard brillierte mit einem Banjosolo während James und seine Frau Valerie an der Geige das Programm mit französischen Musettwalzern bereicherten. Highlight aber war ein im passenden Outfit getanzter Flamenco von Wolfgangs Tochter Greta, der von Dietmar als „Buleria“ authentisch begleitet wurde. Dagegen konnte als letztes Stück nur noch ein von Mark unglaublich stark gesungener und von allen gespielter Blues ankommen, „Everyday I’ve got the Blues“.

Nach dem Konzert: der inzwischen traditionelle Champagnerumtrunk im Hotel mit Überreichung der Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme.

Das Ständchen für die Hotel-Crew wurde mit einer Trinkgeldsammlung verbunden und die Feier dauerte dann bis in die frühen Morgenstunden.

2018 werden mit Matt Munisteri einen weiteren, profilierten Gitarristen aus New York als Dozenten haben. Ich werde Matt im April in New York treffen und mit ihm das Thema des Workshop „Swing.Swing.Swing“ umreißen und anschließend darüber informieren.

Anmeldung

Mit James Chirillo (New York) und Uli Hoffmeier (Berlin) vom 8. – 15. Oktober 2017 (6Tage, 7 Nächte) in Maussane-Les-Alpilles. Special Guest: Jürgen Haufer (Köln)

James Chirillo stammt ursprünglich aus Washington, studierte aber Gitarre bei Jack Peterson in North Texas und bei Remo Palmier und Tiny Grimes New York, wo er auch seit 1982 lebt. Er spielte u.a. mit Benny Goodman, Ken Peplowski, Tony Benett, Dick Hyman, im Buck Clayton Orchestra und ist Mitglied des von Wynton Marsalis geleiteten Jazz at Lincoln Center Orchestra. Mit dieser Band und mit einer seiner Combos habe ich ihn letztes Jahr in New York live  gehört. 

www.james.chirillo.com

 

Jürgen Haufer studierte Gesang, Gitarre und Jazzarrangement und arbeitet zur Zeit als Lehrbeauftragter an der Uni Köln. Ich lernte Jürgen anläßlich seines jährlichen Chorworkshops „Singen und Swingen“ auf der Burg Fürsteneck kennen und schätzen. In Maussane wird er uns morgens „eingrooven“ und sich dabei um Rhythmus mit Body und Stimme kümmern. Darüber hinaus bietet er – wie im letzten Jahr – Privatstunden für Gesang an, die allerdings nicht in der Kursgebühr enthalten sind und die mit ihm direkt verrechnet werden müssen.

 www.amagomusik.de

Einigen von Euch brauche ich mich ja nicht mehr vorzustellen: ich bin Uli Hoffmeier und seit über 20 Jahren Mitglied des Palastorchesters mit seinem Sänger Max Raabe, wo ich neben Gitarre, Banjo, Balalaika, Ukulele und Mandoline auch Geige und Singende Säge spiele. Auf unzähligen CDs und Filmaufnahmen habe ich mitgewirkt und darüber hinaus Zeit gefunden, in Theatern und Orchestern auszuhelfen, Bands zu coachen und eigene Projekte wie das „Premier Swingtett“ oder das Gitarrenduo „Gitarresque“ ins Leben zu rufen. Meine über die Jahre gewonnen Erfahrungen beim Spielen und Unterrichten lassen mich folgende Schwerpunkte setzen: das Spielerische, das Gemeinsame, das Kommunikative der (Jazz-)Musik.

 http://www.uli-hoffmeier.de

 

Der Veranstaltungsort

Das Hotel Relais du Silence Val Baussenc ( http://www.valbaussenc.com), in dem wir nun schon zum 8. mal logieren, liegt am östlichen Ortsausgang von Maussane-Les-Alpilles, einem typischen, provenzalischen Ort am Rand der Alpilles. Es befindet sich nur wenige Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt, ist ein Drei-Sterne-Haus und liegt – umgeben von Olivenbäumen und Pappeln – ruhig und zurückgesetzt von der Straße. Die 25 gemütlichen Zimmer (zwei als behindertengerecht ausgewiesen) bieten Ausblick ins Grüne. Der Außenbereich wird von einer parkähnlichen Grünanlage bestimmt, auch ein Pool steht den Hotelgästen zur Verfügung sowie eine Sauna bzw. Hamam. Beim Betreten des Hotels befindet man sich in einer Lobby mit Kamin, in der allabendlich spontane Sessions stattfinden.

Vom Restaurant hat man einen schönen Blick in den Park und beim abendlichen Vier-Gang-Menu (Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Käse, incl. Wein und Kaffee) überzeugt die Küche mit typisch provenzalischen Köstlichkeiten. Eine schmucke Terrasse, dicht umwuchert von Weinreben, lädt zum Jammen, Klönen und Fachsimpeln beim nachmittäglichen Pastis ein. Die Lobby und das Restaurant bieten Platz für den täglichen Unterricht.

Die Alpilles sind ein 12 Kilometer südlich von Avignon gelegener Höhenzug, der die nördlich gelegene kleine Crau von der eigentlichen, südlich gelegenen Crau trennt, die in die Carmargue übergeht. Maussane hat einen idyllischen Marktplatz auf dem einmal wöchentlich Markttag ist und eine Olivenöl-Mühle, die eines der besten Öle Frankreichs produziert. In der Nähe gibt es zahlreiche Weingüter, die teilweise sehr hochwertige und hochpreisige Weine keltern. Die Camargue ist ca. eine halbe Stunde Autofahrt entfernt. Das an der Rhone gelegene Arles mit der römischen Arena liegt nur ein paar Kilometer westlich von Maussane. Die weltbekannte Ruine Les Baux blickt von Norden auf Maussane herab. Nördlich davon, auf der anderen Seite der Alpilles, liegt das kleine Städtchen St. Rémy, in dem Van Ghogh lebte und einige seiner berühmtesten Bilder malte.

Der Kurs

Am Anreisetag (Sonntag, den 8.10.2017) treffen wir uns vor dem gemeinsamen Abendessen um ca. 19.00 Uhr zum Kennenlernen und Austausch eventuell noch nötiger Informationen. Erster Kurstag ist dann Montag, der 9.Oktober, letzter Kurstag ist Samstag, der 14. Oktober, Abfahrt ist am Sonntag, den 15.10.2016 nach dem Frühstück. Wir haben auf Wunsch vieler Teilnehmer zum ersten mal sechs volle Unterrichtstage und sieben Nächte. Dadurch hat sich der Preis des Workshops insgesamt erhöht.

Der Unterricht findet statt:

  • Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 10.00 – 13.00 Uhr.
  • Mittwoch von 15.30 bis 18.30 (wegen Besuch des provencalischen Marktes in St. Rémy).

Das tagliche „Eingrooven“ mit Jürgen Haufer findet für alle (auch für die mitreisenden Partnerinnen und Partner) jeweils eine halbe Stunde vorher statt, also am Montag, Dienstag und Donnerstag bis Samstag um 9:30, am Mittwoch um 15:00 Uhr.

Thema des Kurses: „Rhythm is it!“.

Es geht natürlich nicht nur um „Rhythmusgitarre“ spielen – obwohl James Chirillo einer der kompetentesten Rhythmusspieler überhaupt ist (auch auf dem Banjo!). Vielmehr werden wir „Rhythmus“ als pulsierendes und wiederkehrendes Element im Spannungsfeld zwischen Klängen und Pausen erleben und dafür

  • Grundkenntnisse auffrischen (Rhythmuspyramide)
  • wesentliche Jazzrhythmen kennen, singen und spielen lernen
  • Synkopierung üben und nachzuempfinden versuchen
  • uns mit dem Play/Rest approach beschäftigen, also mit Pacing, Phrasenlänge, rhyhtmischer Verdichtung und rhythmischen Verschiebungen bei Melodien und im Soloaufbau
  • einen Blick auf Timing und Mikrotiming (stretching time) werfen
  • Tempostudien für Extrembereiche sowie double und half time kennenlernen.

Wie in den letzten Jahren wird jedem Dozenten eine gleich große Unterrichtsgruppen zugeordnet, die jedoch nicht nach „Können“ oder „Wissen“ sondern auf grund meiner Erfahrung und Einschätzung zusammengestellt wird. Natürlich kann jeder Teilnehmer diese Gruppe vor Beginn des Kurses aus persönlichen Gründen wechseln sofern kein all zu großes, zahlenmäßiges Ungleichgewicht der Gruppen entsteht! Die Gruppen wechseln den Dozenten nach der Hälfte der Zeit, jeder Teilnehmer hat also genauso lange Unterricht bei jedem Dozenten.

Unterrichtssprache bei James ist Englisch, bei Uli „Fradenglisch“ (Französich, Deutsch, Englisch).

Wie in jedem Jahr wird es auch diesmal wieder viel Gelegenheit für spontane Sessions geben!

Am Samstag Abend findet mit Unterstützung unseres Hotels sowie der Stadt Maussane das öffentliche Abschlußkonzert unter (freiwilliger) Beteiligung aller Teilnehmer statt, in dem u.a. die Ergebnisse des Workshops präsentiert und zusammen musiziert wird. Der Zuspruch in der Bevölkerung hat dabei über die Jahre konstant zugenommen. Bitte nicht vergessen: Notenständer mitnehmen und bei Bedarf einen Gitarrenverstärker, Kabel, Nebeninstrumente etc.

Teilnahmebedingungen

Anmeldefrist: 19. Juli 2017
Kosten:

  • 1020,00 € pro Person bei Einzelzimmerbelegung
  • 1340,00 € für zwei Personen im Doppelzimmer (ein aktiver, ein mitreisender Teilnehmer) 

Die Teilnahmegebühr beinhaltet Kursgebühr und Hotelkosten incl. Halbpension für 7 Nächte vom 8.10.-15.10.2017 (8.10. Anreisetag, 15.10. Abreisetag).

Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, daß ihre Anmeldedaten wie Email, Telefon und Adresse untereinander bekanntgegeben und ausgetauscht werden dürfen um z.B. eine gemeinsame Anreise zu organisieren oder abzuklären, wer welche zusätzlichen Instrumente mitbringt. Auch die Veröffentlichung von Fotos, Videos oder Audioaufnahmen wird ausdrücklich genehmigt.

Überweisung der Teilnahmegebühr bitte auf das Konto:
Ulrich Hoffmeier, Postbank Berlin
IBAN: DE24 1001 0010 0189 5451 04
BIC: PBNKDEFF

Anspruch auf Teilnahme entsteht erst nach Eingang der Überweisung und nur bei bestehendem Platzangebot streng nach Reihenfolge der Anmeldungen/Überweisungen (first come first serve). Ich behalte mir vor, Teilnehmern abzusagen. Es besteht kein verbindlicher Anspruch auf die hier beschriebenen Inhalte des Kurses oder die Auswahl der Dozenten.

Rücktrittsbedingungen

Im Falle eines Rücktritts bis zum 19. Juli 2017 wird die komplette Kursgebühr abzüglich 30,- € Bearbeitungsgebühr zurückerstattet. Bei einem Rücktritt nach dem 20. Juli 2017 wird die Teilnahmegebühr in voller Höhe verrechnet – es sei denn, ein Ersatzteilnehmer wird benannt, der den Kursplatz übernimmt. Sollte der Kurs abgesagt werden müssen, wird die Teilnahmegebühr komplett zurückerstattet. Sollten sich zu den neuen Bedingungen (ein Tag mehr, höhere Kosten) nicht genügend Teilnehmer anmelden, behalte ich mir vor, den Kurs wieder zu einem 5-tätigen Workshop mit 6 Übernachtungen umzuwandeln. Zu viel gezahlte Gebühren werden dann erstattet. Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 24 Personen beschränkt. Mit der Überweisung werden die Teilnahmebdingungen akzeptiert.

Anmeldung

per Post an Ulrich Hoffmeier, Schulstr.6, D-13507 Berlin, Germany
oder Email an uli_hoffmeier@yahoo.de,
weitere Infos unter: www.uli-hoffmeier.de
www.facebook.com/workshop-Jazzguitar-Provence-1416169921977071/

 

Name:

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Personenanzahl:

Datum, Unterschrift:

 

Ich habe die Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert.