Workshop Jazzguitar Provence 2019

Rückblick 2019

Der 15. Workshop Jazzguitar Provence ist schon etwas mehr als eine Woche her aber auf meinem Gesicht  spüre ich noch immer die Sonne und das Licht des Südens, hör die wunderbare Musik, die wir gemacht haben und empfinde Freude und Dankbarkeit über die gemeinsam verbrachte Zeit. 20 Teilnehmer aus vier Ländern, sowie vier Dozenten schufen gemeinsam eine einzigartige Atmosphäre, in der sich wunderbar lernen, spielen, singen, quatschen und relaxen ließ. Im nächsten Jahr wird deshalb die Obergrenze bei 22 Teilnehmer liegen und wieder mindestens vier Dozenten werden versuchen, uns den „richtigen Schwing“ bei zu bringen.

Vinny Raniolo aus New York war den jüngste Dozent, den wir je hatten, was sich – im Zusammenspiel mit seiner gleich jungen Freundin Francisca – erfrischend auf den Kurs und die spontanen Sessions auswirkte. Beide nahmen auch oft am morgendlichen „Eingrooven“ von Jürgen Haufer teil und waren im Chor eine wichtige Stütze: Vinny u.a. mit einem phantastischen Solo über das Klezmerstück „Mir leijben eiwig“ und seine Partnerin mit ihrer prägnanten Stimme. Dem Thema „Chords – Chords – Chords“ widmeten sich die beiden Gitarrendozenten erwartungsgemäß sehr unterschiedlich, wobei das Vorabversenden meines Skriptes (ja, zum ersten mal mit durchgängiger Seitennumerierung!) die Möglichkeit bot, mein Konzept im Vorfeld kennen zu lernen. Ich näherte mich dem Thema über „One-Note-Freddie-Green-Chords“ und „Two-notechords“, um zu den „Three-note-rhythm-chords“, den vierstimmigen „Drop3“ und „Drop 2“ und dem Zielpunkt, der „Comping Chords“, zu gelangen. Alles wurde exemplarisch an dem Stück „Fly me to the moon“ demonstriert, das auch von allen auf der Bühne anwesenden Gitarristen beim Abschlußkonzert gespielt wurde.

Bei der Zusammenstellung dieses wie immer öffentlichen Abschlußkonzertes am letzten Abend  des Workshops zeigte sich jedoch einmal mehr, daß der Kurs ohne die aktive Gestaltung der Teilnehmer nicht auskommt: ich hatte zu spät, schlecht sichtbar und unleserlich das Programm auf das Flip-Chart geschrieben, was viele nicht mitbekommen hatten. Deshalb – aber auch aus Zeitgründen und weil ich darum gebeten hatte, keine Duos sondern größere Gruppen für das Konzert zusammen zu stellen – mußten zwei Darbietungen gestrichen werden, was zu Irritationen führte. Meine Bitte: übernehmt mehr Eigeninitiative und -verantwortung bei der Ausgestaltung des Workshops, weist mich auf Mankos oder Mißstände hin und unternehmt selber etwas um gemeinsam eine noch bessere Zeit zu haben; der Workshop ist ja keine „All-inclusiv Veranstaltung“ und meiner Energie und Aufmerksamkeit sind leider auch Grenzen gesetzt. Als Beispiel einer Eigeninitiative möchte ich Helgas Anstoß der Trinkgeldsammlung für die Belegschaft des Hotels nennen und mich ausdrücklich im Namen aller dafür bedanken.  Vielfach wurde angemerkt, daß die Küche des Hotels sich jedes Jahr noch ein bisschen steigert ebenso wie der inzwischen legendäre „kulturelle Beitrag“ vor dem Dessert. Der Spaß, den schon allein die Auswahl der dafür zuständigen Akteure bietet wird dann immer noch durch die spontane Aufführung getoppt, die in diesem Jahr einmal sogar vom gesamten Hotelpersonal bestritten wurde. Jürgens morgendliches „Singen und Swingen“ fand auch in diesem Jahr große Zustimmung. Neben Aufwärmübungen für Körper und Stimme wurde das afrikanische Lied „Siyahamba“ mit Body Percussion, passenden Moves und drei Stimmen mit soviel Spaß und Verve erarbeitet, daß es als Zugabe im Konzert aufgeführt wurde. Im nachmittäglichen Chor kamen die weniger Geübten mit einer phantastischen Version von „Take 5“ an ihre Grenzen, konnten aber beim Klezmerstück „Mir leijben eiwig“ oder bei einem schwedischen Folksong wieder glänzen.

Immer wieder taucht ja die Frage auf, warum ich in einem Jazzgitarrenkurs das morgendliche „Einsingen“ und den nachmittäglichen Chor überhaupt anbiete. Nun, mir ist es enorm wichtig, über den „Tellerrand“ von Licks und Patterns zu schauen und deutlich zu machen, daß Musik im Allgmeinen aber auch Jazz im Besonderen mehr ist als „nur“ Gitarre spielen. Gerade die ursprünglichste und körperlichste Erfahrung von Musik, unsere Stimme nämlich, kann zu einer ganz anderen Art des Spielens und Improvisierens führen (Stichwort: Vokalisieren bzw. inneres Mitsingen von Patterns). Darüber hinaus ist die positive Auswirkung des morgendlichen „Einschwingens“ auf die gesamte Gruppe inklusive Mitreisende nicht zu unterschätzen! Die Resonanz der „Neuen“ und die Möglichkeit, sich mit diesem Angebot leicht in die Gruppe zu integrieren, lassen mich auch in Zukunft an der Zusammenarbeit mit Jürgen festhalten.

Die geführte Session unter der Leitung von Malibu fand zum zweiten mal statt und wurde noch besser angenommen als im letzten Jahr – sicher auch, weil nun die gleichzeitige Teilnahme an Session und Chor durch die zeitliche Trennung beider Angebote möglich war. Die erarbeiteten Stücke „Out Of  Nowhere“ und „Summertime“ wurden auf dem Abschlußkonzert präsentiert und ließen so mehr Teilnehmer über die von allen gespielten Stücke hinaus aktiv werden. Auch dieses Angebot wird es im nächsten Jahr wieder geben. Die Suche nach einem amerikanischen Dozenten für das nächste Jahr wird demnächst zum Abschluß gebracht werden, wobei ich eure Anregung und Vorschläge sehr schätze. Die Liste der Wunschkandidaten ist lang, hoffentlich gestaltet sich die Auswahl nicht so kompliziert wie im letzten Jahr.

Keep Swingin‘
Uli

Registration

Organisiert und durchgeführt von Uli Hoffmeier (Berlin), mit special guest Vinny Raniolo (New York), sowie Jürgen Haufer (Köln) und Malibu Gordes (Berlin) vom 29. September – 6. Oktober (6Tage, 7 Nächte) in Maussane-Les-Alpilles/Provence. Thema: Chords-Chords-Chords und wie soliere ich darüber.

Vielen als genialer Begleiter von Frank Vignola, Tommy Emmanuel oder Bucky Pizzarelli bekannt, verfügt VinnyRaniolo auch über eine akurate Technik im Spielen von Singlenotes oder Akkordsoli. Seine stilistische Bandbreite reicht von Big Band (James Langtons New York All Stars) über Combos (Vince Giordano) bis zu seinem Soloprojekt „Air Guitar“, das ihn auch als exzellenten Arrangeur und Improvisator ausweist. Weltweite Workshops und Auftritte in amerikanischen Fernsehshows haben ihn einem breiteren Publikum ebenso bekannter gemacht wie die Mitwirkung im Woody Allen Film „Café Society“.

 www.vinnyraniolo.com

Jürgen Haufer studierte Gesang, Gitarre und Jazzarrangement und widmet sich z.Zt. ganz seinem Bandprojekt Amago, mit dem er gerade die zweite CD einspielt. Zum vierten mal mit dabei in Maussane, wird er alle Teilnehmer und ihre mitreisenden Partner, Kinder oder Enkel morgens vor dem Unterricht „eingrooven“ und sich dabei um den richtigen „Schwing“ für Body und Soul kümmern. Am Nachmittag biete er ein „Singen für alle“ an, das – anders als im letzten Jahr – weniger Wert auf vorzeigbare Ergebnisse legt und durch die zeitliche Trennung niemanden davon abhalten muß, die Session zu besuchen.

 www.amagomusik.de

Malibu Gordes – zunächst im Rockbereich sehr erfolgreich mit der Band „She’s China“, entbrannte früh seine Leidenschaft für den Jazz, den er in einschlägigen Besetzungen Berlins auf die Bühne brachte. Mit Ulrich Hoffmeier verbindet ihn die jahrelange Arbeit im Premier Swingtett und dem Gitarrenduo Gitarresque. Die Erfahrungen an der eigenen Gitarrenschule, wo fast ausschließlich Jazzgitarre unterrichtet wird, sowie beim Leiten von Sessions prädestinieren ihn dafür, auch die „Geführte Session“ in Maussane in die Hand zu nehmen.

 www.malibu-gordes.com

I don't need to introduce myself to some of you: I'm Uli Hoffmeier, and I've been a member of the Palastorchestra with its singer Max Raabe for over 20 years, where I play not only guitar, banjo, balalaika, ukulele and mandolin, but also violin and musical saw. I have appeared on countless CDs and film recordings and also found time to help out in theaters and orchestras, coach bands and launch my own projects such as the “Premier Swingtett” or the guitar duo “Gitarresque”. My experience in playing and teaching over the years has led me to focus on the following: the playful, the communal, and the communicative aspects of (jazz) music.

 http://www.uli-hoffmeier.de

 

Location

The hotel The Originals Val Baussenc, where we are now staying for the 11th time, is located on the eastern outskirts of Maussane-Les-Alpilles, a typical Provençal town on the edge of the Alpilles. It is only a few minutes' walk from the village center, is a three-star hotel and is surrounded by olive trees and poplars, in a quiet location set back from the road. The 25 cozy rooms (two are designated as handicapped accessible) offer a view of the greenery. The outdoor area is characterized by park-like greenery, and hotel guests are welcome to use the pool, sauna and hammam. Upon entering the hotel, you will find yourself in a lobby with a fireplace, where spontaneous sessions often take place in the evenings.

The restaurant offers a beautiful view of the park and the four-course evening menu (starter, main course, cheese, dessert, including wine and coffee) impresses with typical Provençal delicacies. A pretty terrace, densely entwined with vines, invites you to jam, chat and talk shop over an afternoon Pastis. The lobby and restaurant provide space for daily classes.

The hotel has a bar that provides us with sufficient drinks at moderate prices, keeps accurate records of these and presents each participant with a bill at the end of the week for these additionally consumed drinks, which of course are not included in the price of the workshop and have to be paid for individually.

The Alpilles are a mountain range located 12 kilometers south of Avignon, which separates the northern small Crau from the actual southern Crau, which merges into the Carmargue. Maussane has an idyllic market square with a weekly market and an olive oil mill that produces one of the best oils in France. There are numerous vineyards nearby, some of which produce very high-quality (and sometimes also very expensive) wines. The small town of Les-Saintes-Maries-de-la-Mer is located on the Mediterranean coast, 50 km away, where Django Reinhardt stayed several times for the annual gypsy festival. Arles, located on the Rhone River, with its Roman Arena, is a few kilometers west of Maussane. The 2000-year-old Pont-du-Gard is an hour's drive away. The world-famous medieval ruin of Les Baux looks down on Maussane from the north. On the way to Avignon (famous for its papal palace and city wall, among other things), you will pass St. Rémy, where Nostradamus lived and Van Gogh painted some of his most famous pictures.

The course

Am Anreisetag (Sonntag, den 29.9.2019) treffen wir uns vor dem gemeinsamen Abendessen um ca. 19.00 Uhr zum Kennenlernen und Austausch eventuell noch nötiger Informationen. Erster Kurstag ist dann Montag, der 30. September, letzter Kurstag ist Samstag, der 5. Oktober, Abfahrt ist am Sonntag, den 6.10.2019 nach dem Frühstück.

Eventuell besteht wie in den Jahren zuvor die Möglichkeit, ab Freitag zu sehr günstigen Bedingungen im Hotel einzuchecken. Darum muß sich unter der oben angegebenen Adresse bitte jeder selber kümmern und auch selbst bezahlen.

Der Unterricht findet statt:
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 10.00 – 13.00 Uhr.
Mittwoch von 15.00 bis 18.00 (wegen des Besuches des provencalischen Marktes in St. Rémy am Vormittag).

Das tagliche „Eingrooven“ mit Jürgen Haufer richtet sich an alle, auch mitreisende Partnerinnen und Partner, Kinder und/oder Enkelkinder und findet täglich um 9:30 statt.
Das ebenfalls von Jürgen Haufer geleitete „Singen für alle“ vermittelt denen, die noch wenig Erfahrung mit ihrer Stimme haben, Spaß und Sicherheit durch Grundübungen z.B. zu Intonation und Klang. „Alten Hasen“ (und Häsinnen) der Sangeskunst ermöglicht die Stunde, die täglich – außer am Mittwoch – von 17:30 bis 18:30 stattfindet, an Ausdruck und Technik zu arbeiten. Eine Darbietung beim Abschlußkonzert ist nicht zwingend vorgesehen.

Die von Malibu Gordes angeleitete Session findet täglich vor dem Abendessen von 18:30-19:30 statt. Diese Gruppe wird beim Abschlußkonzert dem Publikum einen Einblick geben, wie eine Session funktioniert und warum es weniger um fertige Ergebnisse als um Interaktion und Spontaneität geht, trotz gemeinsamer Absprachen zu Thema, Tonart und Stil, möglichen zweiten Stimmen oder Riffs, verschiedenen Möglichkeiten der Begleitung oder Reihenfolge der Solisten.

Wie bisher wird es zwei (annähernd) gleich große Unterrichtsgruppen geben, die jedoch nicht nach „Können“ oder „Wissen“ sondern auf grund meiner Erfahrung und Einschätzung zusammengestellt werden. Natürlich kann jeder Teilnehmer diese Gruppe vor Beginn des Kurses aus persönlichen Gründen wechseln, sofern kein zu großes zahlenmäßiges Ungleichgewicht entsteht! Die Gruppen wechseln den Dozenten nach drei Tagen, jeder Teilnehmer hat also genauso lange Unterricht bei Vinny wie bei mir. Unterrichtssprache bei Vinny ist Englisch, bei mir „Fradenglisch“ (Französich-Deutsch-Englisch).

Wie in jedem Jahr wird es auch diesmal wieder viel Gelegenheit für spontane Sessions am Nachmittag und am Abend nach dem Essen geben!

Die Tradition des „Kulturbeitrages“ während des Abendessens (meist vor dem Dessert) wird auch in diesem Jahr beibehalten, natürlich unter strengster Berücksichtigung des Zufallsprinzips bei der Auswahl der Beteiligten…

Am Samstag Abend findet – unterstützt durch die Stadt Maussane und unser Hotel – das öffentliche Abschlußkonzert unter (freiwilliger) Mitwirkung aller Teilnehmer statt, in dem u.a. die Ergebnisse des Workshops präsentiert werden und wir zusammen musizieren. Der Zuspruch in der Bevölkerung hat dabei über die Jahre konstant zugenommen. Bitte nicht vergessen: Notenständer mitnehmen und bei Bedarf einen Gitarrenverstärker, Kabel, Nebeninstrumente etc.

Terms and conditions

Anmeldefrist: 19. Juli 2019
Kosten:

  • 1080,00 € pro Person bei Einzelzimmerbelegung
  • 1420,00 € für zwei Personen im Doppelzimmer (ein aktiver, ein mitreisender Teilnehmer)

 

Die Teilnahmegebühr beinhaltet Kursgebühr, Beiprogramm (morgendliches Eingrooven, nachmittägliches „Singen für alle“ sowie die „geführte Session“) und Hotelkosten mit Halbpension (Frühstück und Viergangmenu incl. Wein und Café am Abend) für 7 Nächte vom 29.9.-6.10.2019 (29.9. Anreisetag, 6.10. Abreisetag).

Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, daß ihre Anmeldedaten wie Email, Telefon und Adresse untereinander bekanntgegeben und ausgetauscht werden dürfen um z.B. eine gemeinsame Anreise zu organisieren oder abzuklären, wer welche zusätzlichen Instrumente mitbringt. Auch die Veröffentlichung von Fotos, Videos oder Audioaufnahmen wird ausdrücklich genehmigt.

Überweisung der Teilnahmegebühr bitte auf das Konto:
Ulrich Hoffmeier, Postbank Berlin
IBAN: DE24 1001 0010 0189 5451 04
BIC: PBNKDEFF

Anspruch auf Teilnahme entsteht erst nach Eingang der Überweisung und nur bei bestehendem Platzangebot streng nach Reihenfolge der Anmeldungen/Überweisungen (first come first serve). Ich behalte mir vor, Teilnehmern abzusagen. Es besteht kein verbindlicher Anspruch auf die hier beschriebenen Inhalte des Kurses oder die Auswahl der Dozenten.

Cancellation Policy

Im Falle eines Rücktritts bis zum 19. Juli 2019 wird die komplette Kursgebühr abzüglich 30,- € Bearbeitungsgebühr zurückerstattet. Bei einem Rücktritt nach dem 20. Juli 2019 wird die Teilnahmegebühr in voller Höhe verrechnet – es sei denn, ein von mir akzeptierter Ersatzteilnehmer wird benannt, der den Kursplatz übernimmt. Sollte der Kurs abgesagt werden müssen, wird die Teilnahmegebühr komplett zurückerstattet. Die maximale Teilnehmerzahl ist auf 24 Personen beschränkt. Mit der Überweisung werden die Teilnahmebdingungen akzeptiert.

Registration

per Post an Ulrich Hoffmeier, Schulstr.6, D-13507 Berlin, Germany
oder Email an uli_hoffmeier@yahoo.de,
weitere Infos unter: www.uli-hoffmeier.de
www.facebook.com/workshop-Jazzguitar-Provence-1416169921977071/

 

Name:

Anschrift:

Telefon/E-Mail:

Personenanzahl:

Datum, Unterschrift:

 

Ich habe die Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert.